Allgemeines zum Geschlecht der Familie Ruhe
Das Geschlecht gehört nach der Ortschronik von Lochtum zu den wenigen Familien, die die Schrecken des 30 jährigen Krieges überlebten. Jochen und Hanhs Ruhe, letzterer wohl der Vater des vorgenannten Hanhs (*Lochtum vor 1680), werden bereits 1654 in den Bürgrlisten als Leinewebermeister und Landwirte erwähnt. Der markanteste Sproß dieser Sippe ist der Kgl. Hann. Hauptmann Heinrich Chr. Ruhe, geb. 1770 zu Lochtum am Harz, von dessen Taten noch heute eine in seltener Länge und Ausführlichkeit gehaltene Inschrift eines 3 m hohen, jetzt unter Denkmalschutz stehenden Grabmals im Schatten der alten Lochtumer Kirche zeugt.
Von 1788 -1803 als Soldat und zuletzt als Quartiermeister im 4. Churfürstl. Hann. Kav. Regt. kämpfte Heinr. Chr. Ruhe gegen die französischen Revolutionstruppen, um nach Auflösung des hann. Militärs auf Grund der mit den Franzosen im Lauenburgischen abgeschlossenen Konvention mit Urlaubspaß und 5 Taler Gold Reisegeld für die Dauer eines Jahres in die inzwischen preußisch gewordene Heimat entlassen zu werden. Auf ein Bittgesuch an den König von Preußen unter der ausdrücklichen Bedingung entlassen, den ihm von seinen Bruder verschriebenen Ackerhof zu Lochtum zu übernehmen, wurde der alte Soldat Landwirt. 1813 wieder im Sattel, kämpfte Heinrich Chr. Ruhe am 18.06.1815 bei Waterloo gegen Napoleon I., um sich nach Beendigung des Feldzuges als Hauptmann der Landwehr ganz auf seinen Hof zurückzuziehen, wo er am 03.10.1845 unverheiratet starb. Obgleich das Besitztum nach mehrfachem Wechsel inzwischen in fremde Hände übergegangen ist, werden Degen und Helm dieses alten, begeisterten Soldaten noch heute auf dem Hof zu seinem Andenken aufbewahrt.
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